Dienstag, 20. Dezember 2016

Sonja - Aus Liebe zum Leid von Michael Barth [Rezension]


Beschreibung:

Taschenbuch: 376 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (11. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1539377520
ISBN-13: 978-1539377528

Preis Taschenbuch: 11,99 €
Preis eBook: 0,99 €

Inhalt:

»Ich bin ein Miststück, eine Schlampe, und auf eine kranke Art und Weise gefällt es mir genauso wie es ist.« Bereits in jungen Jahren bekommt Sonja ein verlockendes Angebot. Sie soll als Domina in der Hamburger High Society arbeiten. Getrieben von ihren dunklen Leidenschaften und dem Traum vom großen Geld, folgt sie dem Ruf ihres Herzens. Im Eiltempo erobert sie die für sie neue Welt und wird unglaublich erfolgreich mit dem, was sie tut. Sie liebt das Spiel der Unterwerfung und genießt die fast mystische Macht, welche sie über ihre Kunden ausübt. Doch dunkle Schatten lauern bereits auf ihrem Weg und drohen sie zu verzehren. Als Sonja auf den mysteriösen Enzo Morel trifft, gerät ihr Leben komplett aus den Fugen. Sie wird zum Opfer ihrer eigenen, unerklärlichen Gefühle und gerät dadurch in eine Situation, die ihre ganze Existenz bedroht. Sonja aus „Hochzeitstag“ meldet sich mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zu Wort. Einer Geschichte von Liebe, Sex, Macht und Geld. Von Verrat und Intrigen, Drogen und Dramen. Sonjas Geschichte von der Liebe zum Leid ist wahrlich als Drama einzuordnen. Selbst der Autor ist sich nicht im Klaren darüber, ob er seine Protagonistin bewundern oder verachten soll.

Rezension:

Ich lese ja auch ab und zu mal einen Roman der härteren Gangart, sprich aus dem Bereich SM oder BDSM. Als ich das Cover sah, war ich sofort hin und weg, es sprach mich richtig an. Das Taschenbuch ist matt und fühlt sich fast weich an. Der Schriftsatz ist relativ groß, jedoch hat man keine riesigen Ränder, daher empfand ich die Aufteilung als sehr angenehm. Ich kam auch durch die Schriftgröße schnell im Buch voran. Als erstes möchte ich betonen, dass man schon Interesse für diese Szene der Dominanz mitbringen sollte. Denn hier gibt es sicher keinen Weichspülgang. Die Geschichte ist komplett aus der Ich-Perspektive von Sonja geschildert und sie ist alles andere als eine Person, die um den heißen Brei herum redet oder blumige Phrasen verwendet. Sie wirkte auf mich zu Beginn noch wirklich normal und sympathisch, doch im Verlauf ihrer Schilderungen trat immer mehr die Kaltschnäuzigkeit und Arroganz hervor. Sie weiß was sie will und kennt Mittel und Wege es zu bekommen. Ihre Geschichte nimmt einen mit auf eine Reise durch verschiedene Abschnitte ihres Lebens. Diese können zum Teil ziemlich gegensätzlich und schockierend sein. Empfand ich zu Beginn an manschen Stellen noch ein leichtes Prickeln wandelte sich das mit dem Verlauf der Handlung in eine Gänsehaut. Zwischendurch musste ich für ein oder zwei Tage das Buch bei Seite legen, denn manche Dinge fand ich schon sehr extrem und verstörend. Ihre Lebensgeschichte ist Fiktion, doch manches wirkte auf mich sehr real und ich konnte nicht glauben was ich da las. Dieses Buch ist definitiv kein Erotikroman, sondern eher eine Lebensbeichte mit einer Moral am Ende. Michael Barth zeigt hier deutlich die facettenreichen Abgründe menschlicher Perversionen auf und bewegte mich damit bis ins Innerste. Sonja ist definitiv eine sadistische Domina und ich fragte mich nicht nur einmal, was dazu führt, dass ein Mensch so eine extreme Art der Dominanz ausprägt. Und manches Mal fragte ich mich , ob es sie wirklich so erfüllt hat. Dieser Roman wirft Fragen auf und beleuchtet menschliche Extreme, wie ich es zuvor noch nicht gelesen habe.
Dieser Roman ist sicher nichts für Romantiker oder zart besaitete, aber für aufgeschlossene und neugierige Leser. Es ist für das Verständnis auch nicht notwendig "Hochzeitstag" gelesen zu haben, da es ein in sich abgeschlossener Roman ist, der sich ausschließlich um Sonja dreht. Ich überlege nun beiden vorangegangen Romane zu lesen, denn einerseits bin ich neugierig und andererseits zögere ich noch, da ich nicht weiß, was mich erwartet. 
Sonja - Aus Liebe zum Leid war für mich auf jeden Fall ein komplett anderes Leseerlebnis, ein wunderbarer Erzählstil brachte mir eine Welt nahe, die ich sonst in dieser Tiefe nie erforscht hätte. 

Bewertung:

   

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