Sonntag, 5. Oktober 2014

Winterfeldtstraße, 2. Stock von Johanna Friedrich [Rezension]




Beschreibung:
Preis DE 19.99 €
Seiten: 416
ISBN: 978-3-547-71200-1
Erscheinungsdatum: 30.09.2014

Inhalt:
Berlin, Juni 1923. Charlotte Berglas ist im fünften Monat schwanger, als man ihren Mann Albert tot aus dem Landwehrkanal zieht.
Es muss ein Unfall gewesen sein, davon ist sie überzeugt. Niemals hätte er sie in diesen Zeiten der Not alleingelassen. Im Zuge der Inflation haben die Berglas ihr komplettes Vermögen verloren. Da Geld nichts mehr wert ist und Charlotte hochschwanger nicht arbeiten kann, beginnt die junge Frau, Zimmer ihrer Wohnung in der Winterfeldtstraße zu vermieten. Eine ungewöhnliche Gemeinschaft entsteht, die den Wirren der Zeit entschlossen und ideenreich standhält. Mittendrin kämpft Charlotte – für sich selbst und für die Zukunft ihrer kleinen Tochter Alice.

Leseeindruck anhand der Leseprobe:
Der Roman spielt in der schweren Zeit der Inflation. Nach dem Versailler Vertrag ist es für die Bürger eine schwere Zeit. Verbrechen und Selbstmorde sind an der Tagesordnung. Charlotte verliert ihren Ehemann, sie glaubt an ein Verbrechen während alle anderen es als Selbstmord aus Verzweiflung ansehen. Charlotte ist im 5 Monat schwanger, eine Frau Anfang 30 steht plötzlich ohne Ehemann und mit einem Kind in dieser schweren Zeit da. Den einzigen den sie noch hat ist ihr Bruder Grustav, ein Spieler ohne Einkommen. Große Unterstützung hat sie da wohl nicht zu erwarten. Wie wird es mit Charlotte weitergehen, wird sie einen Job bekommen und fängt sie sich wieder ? Wird sie diese schwere Zeit überstehen und ein gesundes Kind zur Welt bringen ? Und wer ist der Unbekannte aus London der Gustav um Hilfe gebeten hat ? Geht die Handlung bis in die Zeit des 2. Weltkriegs hinein ? Fragen über fragen, die sich mir nach lesen der Leseprobe stellen. Ich bin gespannt wie Charlotte ihren Weg geht und was sich noch alles ereignet. Die Autorin Johanna Friedrich hat genau den Nerv getroffen, der mich an ein Buch fesselt.

Rezension:
Das Buch ist auf eine Art und Weise geschrieben, dass einen regelrecht in einen Leserausch verfallen lässt. Nach der Leseprobe wusste ich es könnte ein Buch nach meinem Geschmack sein. Aber ich muss deutlich sagen, dies war eine Untertreibung. Am Anfang hatte es sich ein bisschen gezogen und ich dachte es wird nicht besser aber ab einem gewissen Punkt kann man einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Ich möchte jetzt nichts vom Inhalt verraten daher werde ich nicht die Highlights des Buches vorwegnehmen. Ich möchte ja schließlich niemanden dieses einmaligen Vergnügens berauben. Die Hauptfigur ist in diesem Roman Charlotte die, wie direkt aus der Leseprobe auch ersichtlich wurde, ihren Mann verliert. Danach stellt sie ihr Leben in Frage und ob ihre Ehe das war, für was sie sie gehalten hat. Dieser Roman schildert deutlich die schwere Zeit der Inflation und einer alleinstehenden Mutter zu dieser Zeit. Wie sich Charlotte in dieser Zeit durchkämpft und was sie alles für ihr Glück und ihre Tochter leisten muss und wer sie dabei untersützt wird hier sehr bildreich dargestellt. Auch der Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten der Ende der 1920er Jahre immer stärker wird fließen in diese Geschichte ein. 

Meine Lieblingsstelle in diesem Buch ist folgende:

"Wie konnte er es zulassen, dass sie sich allein mit einem sechs Wochen alten Kind zwischen einem Kommunisten, zwei Taugenichtsen und einer ältlichen Lesbe wiederfand?

Zeitweise sind die Sätze etwas lang geraten, was mich beim Lesen ein bisschen verwirrte und eine Zeitangabe mehr hätte es auch gerne sein können, aber alles in allem ist es ein wunderbarer Roman über eine starke Frau, die ihren Weg geht und dabei wunderbare Unterstützung findet. 

Ein Zitat aus dem Buch, das wundervoll ist spricht mir dabei aus dem Herzen:
" Wer das Talent zum Sehen besitzt, trägt Schätze in sich, die es zu bergen gilt."




Ich wünsche allen die dieses Buch lesen viel Spaß dabei und hoffe vielleicht auf einen zweiten Teil, da die Konstellation zum Schluss spannend wäre sie in den 1930er und 1940er Jahren zu verfolgen. 

Ich danke www.vorablesen.de und der Ullstein Buchverlage GmbH für dieses wundervolle Rezensionsexemplar.

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