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Mittwoch, 15. April 2015

Der Fotograf von Auschwitz von Luca Crippa [Rezension]




Beschreibung:

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (27. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896675311
ISBN-13: 978-3896675316
Preis: 19,99 €

Inhalt:


Fast alle bekannten Auschwitz-Fotos stammen von Wilhelm Brasse. Wer ist dieser Mann, der für die Lagerleitung das Grauen fotografieren musste?

1940 wird Wilhelm Brasse, Sohn eines Österreichers und einer Polin, nach Auschwitz deportiert. In drei Monaten wird er tot sein, sagt man ihm. Als die Lagerleitung hört, dass er eine Ausbildung als Fotograf absolviert hat, lässt sie ihn im sogenannten Erkennungsdienst in Block 26 arbeiten. Angebote, sich der Wehrmacht anzuschließen, weist er zurück. In den nächsten Jahren muss er etwa 50.000 Fotos von Häftlingen machen. Entgegen den Anordnungen der Lagerleitung versucht Wilhelm Brasse ihnen Respekt und Mitgefühl zu zeigen und retuschiert oft aufwendig die Porträts. Zugleich versucht er sich mit seiner Arbeit, die ihm gewisse Privilegien verschafft, von dem Grauen ringsum abzuschotten. Vergeblich, denn bald muss er auch die barbarischen Versuche der Lagerärzte an Zwillingen und Frauen dokumentieren. Er schmuggelt Fotos hinaus und hat am Ende nur noch ein Ziel: die Vernichtung dieser Aufnahmen durch die fluchtbereiten SS-Männer zu verhindern.

Dieses Buch erzählt erstmals ausführlich Wilhelm Brasses Geschichte – die Geschichte eines Mannes, der überleben wollte, ohne sich gänzlich dem Terror anzupassen

Rezension:

Für dieses Werk die richtigen Worte zu finden ist gar nicht so einfach. Wilhelm Brasse erlebte und überlebte Auschwitz und mit diesem Buch wird uns ein Augenzeugenbericht vorgelegt, wie ich ihn bisher noch nicht gelesen habe. Wilhelm Brasses Zeit in Auschwitz wird hier detailliert und ergreifend geschildert. Trotz der ausführlichen Schilderung strotzt dieses Buch nicht vor Jahreszahlen oder historischen Fachbegriffen und geht einem daher auch näher. Es liest sich wie ein Roman und da es auf Wahrheit beruht geht es einem direkt ans Herz. Wilhelm Brasse seine Gefühle und sein Handeln werden eindrucksvoll wider gegeben. Sicher ist dies ein Roman, der einen nachdenklich und traurig stimmt. Aber gerade solche Werke sind von großer Bedeutung, denn auch in der heutigen Zeit darf man niemals vergessen, was diesen Menschen damals angetan wurde. Auch wenn wir eine andere Generation sind, sollten wir uns das immer vor Augen halten. 
Viele Szenen schockten mich regelrecht, nie hätte ich es für möglich gehalten, dass Menschen wirklich so grausam zueinander sein können. 
Besonders die Fotos, die dieses Buch enthält tragen dazu bei, dass es nicht nur gesichtslose Namen sind, die hier erwähnt werden. Die Fotos haben mich oft sehr berührt und bewirkten, dass ich mit dem Lesen innehielt und in meinen Gedanken an diese Menschen versank. 
Wilhelm Brasse war eine beeindruckende Persönlichkeit und dieser Roman ist ein wichtiges Dokument für zukünftige Generationen. 
Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen wie er in Vergessenheit geraten und dieses Werk trägt dazu bei, das eine grausame und gefährliche Zeit immer in unseren Köpfen bleibt, dank seines Mutes. 

Ich danke dem Blessing Verlag für dieses ergreifende Leseexemplar. 

Dienstag, 24. März 2015

Kopf hoch, lächle und sei, wie du bist: Eine Ermutigung, die Schönheit des Lebens zu sehen. von Lizzie Velasquez [Rezension]




Beschreibung:

Broschiert: 176 Seiten
Verlag: Gerth Medien (23. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957340160
ISBN-13: 978-3957340160
Preis: 14,99 €


Inhalt:

Lizzie Velasquez leidet an einer extrem seltenen Krankheit. Weltweit sind nur wenige Fälle bekannt. Seit ihrer Kindheit wird sie deswegen gehänselt. Ihr Gendefekt verhindert, dass sie an Gewicht zunimmt. Außerdem altert sie schneller als andere Menschen. Als jemand ein Video von ihr unter dem Titel "Die hässlichste Frau der Welt" ins Internet stellt, hatte sie genug und fing an, sich zu wehren. Vor allem begann sie, ihr Leben und ihre Krankheit anders zu sehen. Nämlich nicht als großes Unglück, sondern als Chance. Seither ist sie eine Inspiration für Tausende. Sie hat viel zu sagen - über Schönheit, Einzigartigkeit, Begabungen. Und nicht zuletzt auch über den Glauben, der ihr immer wieder Kraft gibt, ihr Leben zu gestalten. "Anstatt mich in meine Trauer zu flüchten, beschloss ich glücklich zu werden und meine Krankheit nicht als Problem zu sehen, sondern als eine Gabe, die mir erlaubt, mich selbst weiterzuentwickeln und andere Menschen zu inspirieren." Lizzie Velasquez


Rezension:

Dieses Buch interessierte mich aufgrund der interessanten Person Lizzie Velasquez. Als ich anfing dieses Buch zu lesen wusste ich noch nicht so recht was mich erwarten würde. Lizzie ist eine äußerst starke und bewundernswerte junge Dame, die viel Kraft und Mut in sich birgt egal welchen zierlichen Eindruck sie macht. Lizzie verrät uns hier, wie sie ihre Umgebung wahrgenommen hat und wie oft sie ihr Gefühlsleben und Selbstbewußtsein von ihren Mitmenschen abhängig gemacht hat. Jeder von uns kennt sicherlich die Tiefs in seinem Leben und auch, dass man von fremden Personen dumm angemacht wird. Dieses Buch gibt einen eine andere Sicht auf sich selbst und ich muss sagen, bei mir hat es das Denken ein wenig verändert. Auch ich bin eine zurückhaltende Person, die schon viele negative Erfahrungen mit fremden Personen (Lästereien, Hänseleien) gemacht hat. Lizzie versucht einen zu vermitteln, wie man seine Tage fröhlicher gestalten kann und wie man lernt das Positive für sich aus jedem einzelnen Tag zu ziehen. Freiräume für Notizen und kleine Aufgabenstellungen von Lizzie machen dieses Buch zu einem kleinen "Arbeitsheft", aber es hilft einen seine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Dieses Buch hilft einen Schritt für Schritt seine Tage positiver zu beginnen und das Leben aus einer anderen Sicht wahrzunehmen. Ich finde es großartig, was diese zierliche Person für Energie und Kraft in sich birgt und wie sie uns an die Hand nimmt. Lizzie zieht ihre Kraft auch aus ihrem Glauben an Gott, aber trotzdem versucht sie uns nicht zu bekehren. Aber es macht uns deutlich, dass Glaube auch in unserer heutigen Zeit ein starker Halt im Leben sein kann. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der auch ein bisschen positiver durchs Leben gehen und Lizzie ein wenig besser kennenlernen möchte.

Ich danke Gerth Medien für dieses überaus positive Leseexemplar.

Samstag, 21. März 2015

Fünf Viertelstunden bis zum Meer von Ernest van der Kwast [Rezension]




Beschreibung:

Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: Mare Verlag; Auflage: 2. (10. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866482051
ISBN-13: 978-3866482050
Originaltitel: Giovanna's navel

Preis: 18,00 €

Inhalt:

»Da ich nun schon mal hier bin: Darf ich dich küssen?«

Juli 1945, ein heißer Sommertag am Strand von San Cataldo, am östlichen Ufer von Italiens Absatz: Fasziniert beobachten die Brüder Ezio und Alberto die Mädchen am Strand, die in hochgeschlossenen Badeanzügen vorbeistolzieren. Bis die 20-jährige Giovanna Berlucchi aus der Brandung auftaucht - in einem Zweiteiler. So etwas haben die Jungen noch nie gesehen. Ezio verliebt sich leidenschaftlich in die stolze donna Pugliese, und im Laufe dieses Sommers, in dem der Zweiteiler nicht die einzige Offenbarung bleibt, wird er ihr zwei Heiratsanträge machen. Doch Giovanna liebt das Meer und ihre Freiheit, sie hat die »Lunge eines Delfins« und kann länger tauchen als ihre vier Schwestern zusammen: Auf beide Anträge antwortet sie, indem sie zum Meer läuft und in den Wellen verschwindet. Aus Schmach und Kummer flieht Ezio so weit er kann, vom Süden in den Norden Italiens. Dort wird er Apfelpflücker, und in den kalten Südtiroler Wintern melkt er Kühe - doch nie vergisst er Giovanna und den gemeinsam verbrachten Sommer. Über sechs Jahrzehnte sehnt er sich nach seiner ersten und einzigen großen Liebe. Da trifft ein Brief von ihr ein. In Szenen, die elegant zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechseln und mediterrane Sinnlichkeit verströmen, erzählt Ernest van der Kwast die Geschichte einer großen, unerfüllten Liebe, von kleinen Zufällen und großen Entscheidungen - und von der Erfindung des Bikinis.


Rezension:

Dieser Roman viel mir durch sein Cover und Titel in die Augen. Seine Seitenzahl ist mit 96 Seiten sehr gering und wohl auch das kürzeste Buch was ich besitze und bisher gelesen habe. Aber die geringe Seitenanzahl ist meiner Meinung nach perfekt gewählt und gibt dem Roman noch mehr Aussagekraft. Es wird alles geschildert und man vermisst wirklich nichts. Der Autor hat eine wunderbar bildliche Erzählweise, die bei mir wunderbare Bilder im Kopf erzeugten. Nur allzu deutlich wird hier aufgezeigt, dass wir in unserem Leben Gelegenheiten verstreichen lassen und es doch nie zu spät ist noch einmal alles zu ändern. Dieser Roman macht bewusst wie leichtsinnig man in jungen Jahren seine Entscheidungen trifft, die dann den Verlauf des Lebens beeinflussen. Die Charaktere waren wunderbar geschildert und schon nach kurzer Zeit stellte sich sogar eine Vertrautheit zu ihnen ein.
Es war ein wunderbares kurzweiliges Lesevergnügen das einem aber noch lange im Kopf bleibt. Der Preis ist meiner Meinung nach ein wenig hoch angesetzt aber jede Seite dieses Buches ist ihr Geld wert.

Samstag, 8. November 2014

Das Geheimnis meiner Mutter von J. L. Witterick [Rezension]



Beschreibung:


  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :09.06.2014
  • Verlag : cbj
  • ISBN: 9783570402580
  • Flexibler Einband: 288 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 7,99 €
Inhalt:

Polen 1939: Die Nationalsozialisten marschieren in das kleine Dorf ein, in dem Helena mit ihrer Mutter lebt. Nicht lange, und die Besatzer beginnen, die jüdische Bevölkerung zu exekutieren und zu deportieren. Das Klima der Angst ist mit den Händen greifbar – doch Helenas Mutter kann nicht mitansehen, was da vor ihren Augen geschieht. Sie versteckt eine jüdische Familie im Schweinestall und eine weitere im Keller. Beide wissen nichts voneinander und auch nicht der deutsche Deserteur, den die Frauen auf dem Dachboden unterbringen ...

Rezension:

Dieses Buch ist eine Erzählung und Aufzählung verschiedener Erfahrungen. Es handelt sich dabei um eine sehr mutige und mitfühlende Frau, die im zweiten Weltkrieg zwei Familien und einen deutschen Soldaten vor den Deutschen Nationalsozialisten versteckt.
Die Geschichte hat unterschiedliche Erzählweisen. Einerseits wird es aus der Sicht der Tochter der mutigen Frau geschrieben und dann jeweils aus der Sicht eines Mitglieds der versteckten Gruppen. 
Diesem Buch merkt man schon an, dass es für Kinder ab 12 Jahre gedacht ist. Leider wirkte es manchmal eher wie ein Bericht aus einem Geschichtsbuch als ein Roman. Auch wenn das Schicksal und das Leid dieser Personen rüberkommt wirkt es doch eher wie eine Aufzählung der Ereignisse. Ein bisschen mehr Emotionalität und Detailfreudigkeit hätte sicher dazu beigetragen die Brenzligkeit der Situation und die Ängste der Versteckten besser nachzuempfinden. 
Doch trotzdem finde ich es ein sehr interessantes Buch und auch ein wichtiges Buch, dass sehr deutlich macht wie wichtig es ist, dass man trotz schlimmer Umstände sich selbst treu bleibt. Vor allem aber führt es einen vor Augen wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme und Anteilnahme sind. Heutzutage ist sich jeder selbst der nächste, aber nicht weil so schlimme Kriegszeiten sind. Damals war es nicht Egoismus was die Leute dazu brachte niemanden aufzunehmen sondern die Angst um die eigene Familie wenn man erwischt wird.
Es ist ein großes Kapitel unserer Geschichte und dieses Buch greift ein Stück dieser Geschichte auf und zeigt uns, dass es durchaus gute Ereignisse in dieser Zeit gab, auch wenn es seine sehr traurigen Stellen hat. 
Ein Buch das man gelesen haben sollte.