Freitag, 10. Juni 2016

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes [Rezension]



Beschreibung:

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Kindler (15. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405334
ISBN-13: 978-3463405339
Preis eBook: 9,99 €
Preis Taschenbuch: 9,99 €


Inhalt:

Lou & Will.

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt.
Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Eine Frau und ein Mann.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.


Rezension:

Dieses Buch lag jetzt nahezu zwei Jahre in meinem Regal ohne das ich mich dazu bewegen konnte es zu lesen. Jetzt kommt allerdings der Film in die Kinos und da eine Freundin mich fragte, ob wir uns den Film ansehen wollen, hatte ich mir vorgenommen zuvor das Buch zu lesen. Ich kenne von Jojo Moyes bisher nur "Über uns der Himmel unter uns das Meer" und dieser Roman hatte mir sehr gut gefallen. Aber ich ging eigentlich erwartungsfrei an die ganze Geschichte heran, ich hatte auch keine Rezensionen zuvor gelesen, sondern lediglich manche Aussagen anderer wahrgenommen. Dabei kam oft der Satz: "Pack dir Taschentücher parat.", also nahm ich an das es ein trauriger Roman sein muss. Aber genug der Vorrede. Ich möchte aber direkt sagen, dass auch wenn ich ein sehr emotionaler Mensch bin bei mir keine Tränchen kullerten. 

Der Anfang ist direkt und ohne Umschweife, wir werden in die Situation geschubst als Will seinen Unfall hat. Danach fühlte ich mich ein wenig verloren, weil dann der Zeitsprung von 2 Jahren erfolgt und wir direkt bei Louisa sind. Aber nach ein paar Seiten hatte ich mich gefangen und mir dann gedacht, dass Will ja bald wieder auftauchen wird. Louisa war für mich eine wirklich schräge Person und das lag nicht an ihrem Modestil. Sie wirkt für mich distanziert, unselbstständig und auf ihre Art verloren. Man merkt ihr jedoch an wie wichtig ihr ihre Familie ist und das sie alles für diese tun würde. Trotzdem wirkte sie immer etwas verhalten und für ihr Alter doch relativ abhängig von ihrer Familie. Eine eigene Vorstellung ihrer Zukunft oder ihres Lebens konnte ich nicht erkennen. Sie wurde mir aber sympathischer nachdem sie Will kennen lernte und ihr Charakter sich weiterentwickelte. 
Will hat mir sofort gefallen, er weiß was er will und was nicht. Er ist intelligent, aufmerksam, treibt an, hat einen echt schwarzen Humor, hinterfragt und vertritt seinen Standpunkt. Es gab viele ernste Situationen in denen er mich trotzdem mit einer Äußerung zum lachen brachte. 
Die Seiten fliegen aufgrund witziger Dialoge, irrer Planungen und unvorhergesehen dramatischen Ereignissen einfach nur so dahin. Der Schreibstil ist einfach gehalten und man erfährt ohne schwierige medizinische Fachbegriffe einiges über Will´s Krankheit. Ich fand es persönlich gut, dass das man dabei erkennt wie schwierig es ist damit zu leben, aber welche Möglichkeiten sich doch bieten. Auch das verdeutlicht wurde, dass keiner allein damit ist. 
Doch ich empfand diese Geschichte aufgrund der vielen Komponenten, der sportliche Freund von Lou (der übrigens mehr als unsympathisch war), die Krankheit von Will, die Familienprobleme von Lou und ihre zurückhaltende Art nicht als kitschig. Und es ist nicht diese Art Liebesschnulze wo sie ihn sieht und er sie und beide sich sofort verfallen und den ganzen lieben langen Roman über kuscheln, knutschen und strahlen. Es ist dieses kleine Pflänzchen der Liebe, das man Anfangs nur erahnt, es dann in manchen Situationen deutlich sichtbar ist und sich erst nach einer Weile zu einer schönen Rose entfaltet. 
Jojo Moyes hat hier das Thema Sterbehilfe aufgegriffen und wie ich finde alle Seiten gut beleuchtet. Es bringt einen dazu darüber nachzudenken wie man selbst zu diesem schwierigen Thema steht. 
Ich kann nur sagen, dieses Buch konnte mich fesseln und nun freue ich mich erst recht auf den Film. 

Bewertung:


   

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