Montag, 22. August 2016

Agnes Geheimnis von Annette Hennig [Rezension]


Beschreibung:

Taschenbuch: 286 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (25. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1500286702
ISBN-13: 978-1500286705
Preis eBook: 4,99€
Preis Taschenbuch: 9,99 €


Inhalt:

Nina ist Mutter von drei Kindern, Ehefrau und Hausfrau. Sie liebt ihr Leben, hat es sich immer so erträumt. Bis zu dem Tag, als nach 32 Jahren ein verhängnisvoller Brief ihre heile Welt wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen lässt. Sie wagt einen Neuanfang, verlässt Mann und Heim. Zu allem Überfluss erfährt sie von einem lange gehüteten Geheimnis ihrer geliebten Oma Agnes, das ihr gerade neu begonnenes Leben abermals auf den Kopf stellt. Schafft Nina es, allen widrigen Umständen zum Trotz, wieder glücklich zu werden?


Rezension:

Ich hatte schon länger ein Auge auf die Geschichte von Annette Hennig geworfen. Da die Trilogie bereits vollständig erschienen ist fand ich den Zeitpunkt diese zu lesen perfekt. 
Ich kann nicht abstreiten, dass ich erst eine ganze Weile gebraucht habe, um in dieses Buch hineinzufinden. Die Autorin hat einen ganz eigenen Schreibstil, zu Beginn kam er mir ein wenig unterkühlt und mechanisch vor. Auch das man als Leser direkt am Anfang mit allen Namen und Konstellationen der Familie konfrontiert wird überforderte mich ein wenig. Aber ich habe mich doch recht schnell hinein gefunden und dann zog das Buch mich auch vorwärts. Einmal alles im Kopf sortiert, die Personen entsprechend zugeordnet war ich gespannt um welches Geheimnis es sich handelt. Das Thema Geheimnis wird oft genug angesprochen, doch bis es letztlich gelüftet wird dauert es doch seine Zeit. Die Autorin versteht es also den Leser zu verwirren und hin zuhalten, aber auf eine charmante Art und Weise. Der Erzählstil ist daher auch schwer zu beschreiben, es ist nicht aus der Ich-Perspektive und irgendwie doch. Es wird mal aus der Sicht von Nina, mal aus der Sicht der anderen Charaktere erzählt. Aber es gibt auch Tagebucheinträge und diese fand ich äußerst sympathisch und es hätten auch gerne für mich noch ein paar mehr sein können. 
Nina empfand ich wirklich als etwas naiv und blauäugig und ich denke, dass war auch die Wirkung die Annette Hennig erzielen wollte. Nina ist eben seit Jahrzehnten Hausfrau und Mutter und hat sich selbst über ihre Ehe und ihrer Rolle als perfektes "Weibchen" vergessen. Daher fand ich die Wandlung, die sie nach ihrem Auszug vollzieht wirklich überraschend, aber damit war ich ja nicht allein. 
Oma Agnes hingegen weckte in mir Erinnerungen. Immer wenn sie in Ninas Gedanken auftaucht oder eine Stelle im Buch von ihr handelte dachte ich auch an meine Oma. Auch sie war mir sehr wichtig und daher konnte ich gut mit Nina mitfühlen. 
Paul, Ninas Mann, hingegen wirkte auf mich egoistisch und uneinsichtig. Für sein Handeln konnte ich nun gar kein Verständnis aufbringen. Manches Mal hätte ich ihn am liebsten den Kopf gewaschen. 
Dieser Roman von Annette Hennig ist eine wundervoll geheimnisvolle Erzählung, die den Leser mit sich zieht. Wer gerne Familiengeschichten mit einem Hauch Drama liest ist hier genau an der richtigen Adresse. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil mit dieser Familie und es wird sicher nicht mehr lange dauern bis ich ihn lese. 

Bewertung: